Knackige Konferenzen, kompakte Highlight-Clips und kurze Spielszenen
Nicht weniger, sondern mehr – dennoch anders
Wenn es um die Generation Z und Fußball geht, hält sich ein hartnäckiger Eindruck: Das passt nicht mehr zusammen. Ein genauerer Blick zeigt jedoch ein anderes Bild. Die Generation Z interessiert sich weiterhin für Fußball – nur der Konsum folgt heute anderen Regeln. Das belegen auch aktuelle Studien: Die Zukunftsstudie der DFL in Zusammenarbeit mit der WHU zeigt, dass die Generation Z im Durchschnitt sogar mehr Bundesliga konsumiert als ältere Generationen – rund viereinhalb Stunden pro Spieltag. Ein Ergebnis, das dem verbreiteten Narrativ widerspricht, junge Zielgruppen würden sich vom Fußball abwenden.
Verändert hat sich vor allem wie Fußball konsumiert wird. Die Generation Z schaut Fußball nicht weniger, sondern selektiver. 90 Minuten am Stück - nein danke. Stattdessen stehen Konferenzen, Highlight-Clips oder einzelne Spielszenen im Fokus. Es geht weniger um Vollständigkeit und mehr um Wirkung: kurz, intensiv, emotional. Entsprechend gewinnen kompakte und schnell konsumierbare Formate an Bedeutung.
Social Media ist zentraler Treiber der Entwicklung
Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist Social Media. Plattformen wie TikTok oder Instagram haben Fußball aus dem festen Spielplan gelöst. Der Sport findet nicht mehr nur zu fixen Anstoßzeiten statt, sondern ist jederzeit präsent. Tore, Jubel oder kontroverse Szenen erscheinen innerhalb weniger Sekunden als Clips – oft mit einer Reichweite, die klassische TV-Ausstrahlungen hinter sich lassen.
Auffällig ist zudem, dass Fußball für die Generation Z selten ein rein passives Erlebnis ist. Spiele werden häufig gemeinsam geschaut, während parallel weitere Inhalte auf dem Smartphone laufen: andere Partien, Spielstände, Statistiken oder Diskussionen – Nicht als Ablenkung, sondern als interaktiver Teil des Erlebnisses, an dem man aktiv teilnimmt.
Unterm Strich zeigt sich ein klares Bild
Die Generation Z liebt Fußball – erwartet aber eine zeitgemäße Erzählweise. Kurz, digital, mobil, individuell und emotional. Der klassische Fußball verschwindet dabei nicht. Er bleibt relevant und wird durch neue Formate ergänzt und zeitgemäß weitergedacht.